Jakob Roepke
Musterhaus und Tintenhudel
Eröffnung 30. Oktober 2009, 18:00 – 21:00 Uhr
1. November – 9. Januar 2010
Wann immer man die Abbildung eines korrekt gewandeten Mannes in absurd anmutender Körperhaltung sieht, mit einem übergrossen Tier jonglierend inmitten eines bunt tapezierten Zimmers stehend, so handelt es sich garantiert um eine von Jakob Roepkes grossartigen Collagen.
Was Roepke Mitte der 90er anhand alter Körperertüchtigungs- Bücher entnommenen Abbildungen begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer wahnwitzigen und grossartigen Bildwelt von nunmehr fast eintausend Arbeiten. Männer verheddern sich in gewundenen Stahlkonstruktionen, sitzen rittlings auf einem riesenhaften Igel und begutachten einen um ein Iglu laufenden Zwerg- Eskimo, ein Leguan bekommt ein Stück Kuchen serviert: Roepke ist nichts heilig. Deutungen mag er so gar nicht vorgeben, bewusst hält er uns alle Wege offen. Die daraus resultierenden Reaktionen der Betrachter sind sicherlich ein Fest für jeden Psychoanalytiker. Jakob Roepkes Atelier ist wie eine seiner Collagen, ein bei der Hausrenovierung vergessener Raum in der Berliner Mitte - authentischer geht es kaum. Der Raum hängt voller Muster, gesammelter Vorla- gen und Ausrisse, auf zwei langen Holzbrettern liegen die Collagen aus, an denen er jeweils arbeitet. Sollte plötzlich aus dem Dickicht der Papiere eines seiner fabelhaften Wesen auftauchen, so wäre man keineswegs überrascht. Zu sehen sind seine Arbeiten mittlerweile in London, TelAviv, Dubai, Kopenhagen, Miami, Berlin. Da es auch dem richtigen Leben nie an absurden Momenten mangelt, die Jakob Roepke weiterhin als Inspiration für seine Arbeit dienen, dürfen wir gespannt sein auf die nächsten vielen wundersamen Collagen.
Jakob Roepke (*1960) studierte an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und am Edinburgh Collage of Art, erhielt mehrere Stipendien und wurde 2008 mit dem Swab art prize ausgezeichnet. Roepke lebt und arbeitet in Berlin,Jarmuschek+Partner zeigt ihn nun in seiner fünften Ausstellung der Galerie und zum ersten Mal in der Halle am Wasser.
