Sabine Banovic
Nachtfalter (Moth)
Opening reception April 29th, 2011, 6:00 – 9:00 p.m.
April 30th – June 4th, 2011
„Ich zeichne das, was einen Musizierenden dazu verleitet, sein Gesicht zu verziehen. [...] der Affektgehalt der Linie, die Beziehungen, die diese Anmutungen untereinander entwickeln und wieder lösen, dies alles spiegelt eine Form des Nachdenkens [...]" (S.B.)
Die in Berlin lebende Künstlerin hat als Meisterschülerin bei der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura an der UdK studiert. Ihre Werke erinnern an die fernöstliche Tuschemalerei, in der die Strichfolge und Linien entscheidend die Bildräume entstehen lassen. Die filigranen Linien, Verästellungen, Knoten und Flecken, die die Körper und Landschaften Banovics formen und zugleich auflösen, führen beim Eintauchen in ihre großformatigen Zeichnungen in mystische Zwischenwelten und Gedankenwolken. Wie die Natur scheinen ihre Bilder ein Geheimnis zu bewahren, dass sich einem zu entziehen scheint. Aber gerade das macht die Werke der Künstlerin so anziehend. Auf den ersten Blick wirken die Bilder Banovics fast undurchdringlich, wie eine unbekannte Landschaft, in der man Gefahr läuft, sich zu verlieren. Doch insbesondere die Untiefen und der Wechsel zwischen den Kontrasten von Schwarz und Weiß lösen die flächigen Strukturen und Ebenen ihrer Bilder auf, so dass sie stets den kontemplativen Moment fordern. Die Gegensätze von Abstraktion und dem klar Erkennbaren changieren bewusst zwischen Leere und Fülle. Das Auge hält sich an die einzelnen Bedeutungsinseln als visuelle Anker fest, taucht in die zahlreichen Mikrokosmen ein und verliert sich am Ende wieder im diffusen Nebel der Linien. Sabine Banovic erzeugt in ihren Werken eine erfrischende Dynamik, die einen, gleich einem Sog, ins Bild zu ziehen scheint. Dabei beschränkt sie sich in ihrer Materialsprache ganz auf die Wirkung von Schraffuren, Linien und wie zufällig verronnene Tusche, die sich zu einer Phantasielandschaft zusammenballen. Es tanzen die Dimensionen zwischen Nähe und Ferne. Assoziationen und damit verknüpfte Gefühle vermischen, spinnen sich fort und lassen den Betrachter seine narrative, Stränge suchen.
Nach ihrer erfolgreichen Einzelpräsentation auf der Volta NY, ist „Nachtfalter" ihre erste Ausstellung in der Halle am Wasser.
