Jürgen Wolf
Bäuchlings wie der Hund verzückt an der Leiter blickt hinauf in die Achsel der Gehilfin
10.01 - 21.02.2009
„Die bloße Neigung bei mir, sich nackte Hintern, vor allen Dingen von Damen, anzusehen, entspringt einem nimmerversiegenden Quell grosser Freude. Wollte ich dieser Quelle auf den Grund gehen, liefe ich Gefahr, sie bei der Grabung zu verschmutzen oder ganz zu verschütten. Einen kleinen tiefenpsychologischen Aushub gäbe es schon, aber diesen brach ich ab, nachdem mir meine Mutter erklärte, ihre Brüste seien erst spät zu voller Grösse gewachsen, nachdem sie in den sechziger Jahren die Antibabypille genommen hatte. Der Versuch, meine Mutter mit dem Bild ‘grosse Brüste – kleiner Hintern’ aus dem Spiel zu bringen, schlug fehl. Darüber hinaus war ich aber nicht bereit, den gesponnenen Faden noch einmal aufzugreifen, nachdem ich diesen erschrocken fallen gelassen hatte. Wer will das schon. Auf einer niedrigen Stufe kann man über sich in vielen Kategorien urteilen, aber auf einer erhöhten Stufe blickt man auf die Regeln der Vernunft hinab und hebt den Blick zu Erhabenen. Wer die Schönheit eines Pos mit ruhigen und festen Blicken ansieht, ist erlöst. Renoir sagt, wer einen Frauenhintern gut malen kann, ist schon gerettet. Ich sage nichts und jubiliere bei der Vorfreude, bald einen schönen Frauenhintern zu sehen.“
Jürgen Wolf lebt und arbeitet in Köln. Nach dem Studium der katholischen Theologie in Würzburg und Wien entschied er sich Mitte der 80er Jahre zum Studium der freien Kunst und der Kunstgeschichte. Heute sind seine Arbeiten, die mit viel Augenzwinkern durchwegs eine grosse Liebe zum Menschsein, und insbesondere zu den Frauen, zeigen, in zahlreichen, namhaften Sammlungen vertreten.
Ausstellungen in New York, Osaka, Istanbul, Sydney, Reno, Paris und vielen anderen Orten machten ihn international bekannt. Jarmuschek+Partner zeigen Jürgen Wolf nun in seiner ersten Ausstellung in Berlin.
