Pressemitteilung
Dennis Oppenheim ist Pionier jener Generation, die in den 60er Jahren versuchte, die Kunst von den Wänden zu holen, um sie außerhalb der Galerien, draußen in der Welt neu zu entdecken. Darin bestand auch die Neuentdeckung von sich selbst und des Betrachters. Eine so genannte Umwandlung von „Kunst an der Wand" in „Kunst in der Welt". Den Einstieg in seine konzeptionelle Arbeit verschaffte sich der Künstler über die Land Art. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1968 in New York in der John Gibson Gallery. Zusammen mit den befreundeten Künstlern Robert Smithson und Michael Heizer führte er 1967 sein erstes Earth Work-Projekt durch. Gleichzeitig wandte er sich mehr und mehr der Body Art zu. Viele der Performances entstanden im Atelier zusammen mit seiner Frau und den Kindern Kerstin, Erik und Chandra Oppenheim. Im gleichen Jahr folgten Ausstellungen u. a. in Paris, Bern und den Niederlanden; 1972 in der Londoner Tate Gallery.
Oppenheim ist schwer einzuordnen, weil er nicht nur einer der wichtigsten Vertreter der Land Art, der Body Art, sondern auch der Conceptual Art ist, sind wir stolz darauf, einige wichtige Auszüge seiner Positionen zu zeigen. Geszeigt werden die Annual rings (1968), mit denen Oppenheim die Grenze zwischen den USA und Kanada visualisierte und somit im vergänglichen Schnee, die beiden durch Zeitzonen getrennten Länder miteinander verbindet. In vielen seiner Land Art- Konzeptionen beschäftigt sich Oppenheim immer wieder mit prozessualen Abläufen. Zu sehen in seinem Werk Canceled Crop (1969), wobei er quasi mit der Erde selbst arbeitet. Somit wirken zu beeinflussende natürliche Kräfte formgebend mit. Hinzu kommt, dass der natürliche Vorgang und Ablauf des Säens und Wachsens nicht mehr zielgerichtet auf Ernte und Ertrag bezogen wird und dadurch selbst zum Thema werden kann.
Zudem zeigen wir aus dem Bereich Body Art die Arbeit Reading Position for Second Degree Burn (1970) und Slide Dissolve Sequence for Gronund Gel (1972). In letzterem benutzt Oppenheim die Fotografie als Medium und setzt sich mit dem Thema Gentechnologie auseinander. Er setzte sich selbst und seine Tochter auf eine Wiese, nahm dies wiederum von oben auf und stellte es in Serie nebeneinander, sodass im Kleinformat gehängt, diese Bilder wie eine frühe Reflektion der Molekularbiologie wirken. Von weitem betrachtet könnte es sich durchaus auch um mikroskopische Aufnahmen von Genen handeln. In Second Degree Burn benutze der Künstler seinen Körper selbst als Bildträger, indem er sich 5 Stunden lang der Sonne ausliefert und das auf seinem Bauch ruhende Buch den einzigen Schutz vor der brennenden Sonne liefert. Außerdem zeigen wir einige seiner neueren Arbeiten: Lightenig Bold Man (2001), Four Neon Chairs (undatiert), und (untitled) Deer (1990).
Wir freuen uns, ihnen ein so breites Spektrum der Arbeiten von Dennis Oppenheim präsentieren zu dürfen, die allesamt, trotz ihrer kunsthistorischen Dimension als Ausstellung zeitgenössischer Kunst wahrzunehmen sind.
